GM: Schuldenabbau in der Wirtschaftskrise

Der amerikanische Autokonzern General Motors war und ist wie die gesamte Autobranche stark von der Wirtschaftskrise betroffen, rund 8 Milliarden US Dollar hat der Konzern an Staatshilfe erhalten. Davon kamen rund 6,7 Milliarden aus den Vereinigten Staaten und 1,7 Milliarden aus Kanada wo der Konzern ebenfalls viele Standorte hat. Der 1908 in Detroit, Michigan von William Durant gegründete Konzern war lange Zeit einer der führenden Automobilkonzerne weltweit, im Jahr 1955 war General Motors sogar der erste Konzern weltweit der mehr als eine Milliarde Dollar Umsatz erwirtschaftete.

Im Jahr 1981 hatte der Automobilkonzern weltweit 657.000 Mitarbeiter, fast zwei Drittel davon wurden im Laufe der folgenden 20 Jahre aufgrund von technischen Verbesserungen und Automatisierungen in der Autoindustrie abgebaut, der Umsatz im Jahr 1981 betrug 60 Milliarden Dollar. Im Jahr 2003 erwirtschaftete GM gar einen Umsatz von über 185 Milliarden US Dollar wovon über 50 Milliarden USD im Ausland eingenommen wurden. Damals hatte das Unternehmen weltweit 294.000 Mitarbeiter, über 100.000 davon außerhalb der USA.

Im Jahr 2007 musste General Motors mit dem ersten großen Verlust in seiner Firmengeschichte fertig werden, die Einnahmen betrugen 2007 zwar rund 181 Milliarden Dollar, trotzdem machte der Konzern einen Verlust von 38 Milliarden. Der Grund dafür waren teilweise die gestiegenen Benzinpreise woraufhin GM vor allem in den USA mit einem großen Einbruch im SUV Markt zu kämpfen hatte. Das Kaufverhalten der Amerikaner änderte sich, vom großen und spritfressenden SUV, Vans und Pickup stiegen die US-Bürger lieber auf kleinere und im Verbrauch sparsamere Modelle um. Die Bilanz im Jahr 2007 sah dementsprechend negativ aus, 185 Milliarden Dollar Schulden und 37 Milliarden Dollar Überschuldung waren das Ergebnis für 2007.

Als dann ab Herbst 2008 die Wirtschaftskrise voll einsetzte war General Motors endgültig am Boden, die Verkaufszahlen sanken aufgrund der globalen Finanzmisere nochmal drastisch und GM sah sich gezwungen, drastische Sparmaßnahmen zu ergreifen und um Staatshilfen zu bitten. Daraufhin erhielt General Motors von der amerikanischen und kanadischen Regierung eben besagte Darlehen in Form von Staatshilfe. Auch der deutsche Autokonzern Opel der seit den 1930ern zu GM gehört musste mit über drei Milliarden Euro Finanzhilfe aus Deutschland vor dem Konkurs bewahrt werden. General Motors meldete außerdem im Jahr 2008 Insolvenz an und wurde von den USA und Kanada verstaatlicht, 60 Prozent der Aktien erhielt der amerikanische, 11 Prozent Aktienanteil der kanadische Staat, die restlichen 29 Prozent der Aktien blieben in Privatbesitz.

Daraufhin verlor GM auch seine Stellung als größter Autohersteller der Welt, den ersten Platz bekleidet seit damals der japanische Autohersteller Toyota. Außerdem wurde von der GM Führung beschlossen, die Marken Saab, Hummer und Saturn einzustellen, beziehungsweise zu verkaufen. Auf „Wunsch“ der US Regierung musste außerdem der damalige CEO von GM, Rick Wagoner zurücktreten, dies war eine der Bedingungen der amerikanischen Regierung für die Garantie von Staatshilfe, seit Sommer 2009 ist Edward Whitacre der neue Boss von GM. Whitacre will General Motors möglichst bald wieder zu alter Größe führen, daher hat er kurz nach seinem Amtsantritt große Teile des Managements ausgetauscht und die Entwicklung neuer Modelle angetrieben. Auch mit der Rückzahlung der erhaltenen Staatshilfen hat Whitacre schon begonnen, fast wie bei einem Ratenkredit hat der Konzern bis jetzt rund eine Milliarde Dollar an die amerikanische und 0,6 Milliarden an die kanadische Regierung zurückgezahlt, bis Juni 2010 will Whitacre die noch verbliebenen 5,8 Milliarden Dollar zurückbezahlt haben.

Damit ist der GM Boss mit der Rückzahlung weit voraus, ursprünglich wurde vereinbart, das die Staatshilfe bis zum Jahr 2015 zurückbezahlt werden muss. Man kann nur hoffen, das General Motors auch weiterhin auf Erfolgskurs bleibt, nicht zuletzt wegen Opel, der deutsche Autohersteller der ebenfalls zum GM Konzern gehört, wurde nach langen Verhandlungen im Jahr 2009 doch nicht verkauft.