Deutsche Bank feiert Rekordgewinne

Große Erfolge im ersten Quartal

Für die Deutsche Bank scheint die Finanzkrise vorbei zu sein. Ähnlich wie viele amerikanische Finanzunternehmen fährt auch die Größte Bank der Bundesrepublik derzeit wieder Milliarden ein. Ausgerechnet im Bereich des Investmentbankings verdient die Deutsche Bank derzeit wieder kräftig, als in einem Geschäftsfeld, welches von der Wirtschaftskrise besonders stark betroffen war.

Im ersten Quartal 2010 konnte die Deutsche Bank einen Milliardengewinn erzielen und knüpft damit an ihre alten Rekordergebnisse aus der Zeit vor der Wirtschaftskrise an. Derartige Einnahmen macht sie derzeit im Bereich des Investmentbankings, zum Beispiel durch den Handel mit Aktien und Anleihen, Rohstoffen und Währungen. Seit Dienstag bereichterten derartige Geschäfte das DAX-Unternehmen mit Gewinnen, die zuletzt im Jahr 2007 zu Beginn eines Jahres erreicht werden konnten. Der größte Finanzinstitut der Bundesrepublik verdiente im ersten Quartal 2010 rund 1,8 Milliarden Euro, im Jahr davor waren es lediglich 1,2 Milliarden Euro. Der Gewinn vor Steuern belief sich im ersten Quartal diesen Jahres auf 2,8 Milliarden Euro, im Vorjahr war es noch eine Milliarde weniger gewesen. Ein derartiges Ergebnis hat die Erwartungen der meisten Wirtschaftsexperten bei Weitem übertroffen. Führende Vertreter aus dem Management der Deutschen Bank rechnen mit weiteren Gewinnen in dieser Größenordnung. 2010 sei allen Anzeichen nach ein gutes Jahr für Investmentbanking, wobei das Ertragsniveau insgesamt leicht unter dem Ergebnis des Vorjahres liegen werde, so die Prognose des Managements.

Verhaltene Reaktionen

Einige Experten raten jedoch zur Vorsicht. Die deutsche Wirtschaft habe sich noch lange nicht vollständig von der Finanzkrise erholt. Von zu viel Euphorie ist deshalb abzuraten. Es ist im allgemeinen schwierig anhand des Ergebnisses im ersten Quartal die Bilanz des gesamten Jahres voraus zu sehen. Gerade im Aktiengeschäft können sich sehr schnell Änderungen ergeben. So lang auch die Aktie der Deutschen Bank nach den anfänglichen Kursgewinnen schnell wieder im mehrere Prozentpunkte im Minus.

Josef Ackermann, Chef der Deutschen Bank, blickt mit vorsichtigem Optimismus in die Zukunft seines Unternehmens. Gemäß seinen Plänen soll die Deutsche Bank bis zum Jahr 2011 einen Gewinn vor Steuern in Höhe von insgesamt zehn Milliarden Euro erzielen. Im kürzlich veröffentlichten Zwischenbericht der Deutschen Bank ließ Ackermann verlauten, dass sich die Wirtschaft in Deutschland und auf der gesamten Welt stabilisiert habe, wobei die Lage nach wie vor angespannt sei. Insbesondere in den USA haben sich die Unternehmen von der Krise schneller als angenommen erholt. Im asiatische Raum wächst die Wirtschaft derzeit in besonders starkem Maße, in den Industrieländern gehe die Normalisierung der Wirtschaftsmärkte eher langsam voran. Insgesamt hat die Lage auf den internationalen Finanzmärkten sehr entspannt. So herrscht in den meisten Banken gegenwärtig wieder ausreichende Liquidität. Begann das Jahr für viele Finanzunternehmen zunächst eher verhalten, so geht es für die meisten dieser Banken auf dem Börsenparkett inzwischen wieder aufwärts.

Gestärkt hat sich im ersten Quartal 2010 besonders das Privatkundengeschäft der Deutschen Bank. In diesem Geschäftsbereich erreichte die Deutsche Bank ein Quartalsergebnis von 198 Millionen Euro. Trotz Angeboten wie kostenloses Girokonto ist im ersten Quartal diesen Jahres die Anzahl der Privat- und Geschäftskunden bei der Deutschen Bank um etwa 82.000 auf 14,5 Millionen zurück gegangen. Im gleichen Zeitraum konnte die Bank Erträge in Höhe von neun Milliarden Euro verbuchen. Die Eigenkapitalrendite vor Steuern belief sich im ersten Viertel des Jahres 2010 auf 30 Prozent, womit die Erwartungen deutlich übertroffen wurden. Erst vor nicht allzu langer Zeit kaufte die Deutsche Bank die Privatbank Sal. Oppenheim, welche in diesem Quartal erstmalig mit einbezogen wurde, was sich jedoch zum Nachteil der Deutschen Bank entwickelte. So standen den Zusätzlichen Erträgen von 79 Millionen Euro Kosten in Höhe von 134 Millionen Euro gegenüber. Mit anderen deutschen Banken im Vergleich hat die Deutsche Bank den Anfang des Jahres 2010 am besten gemeistert. Wie sich der Finanzmarkt im weiteren entwickeln wird, wird sich zeigen